Spanische Grippe – Influenza-Pandemie mit erschreckender Entwicklung

Medizinisch geprüft von: Thomas Fischer (Apotheker). Dieser Artikel wurde nach medizinischen Standards geschrieben. Info

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Im Jahr 1918 hat die Spanische Grippe angefangen zu wüten und zahlreiche Menschen getötet. Auch heute noch ist sie immer wieder ein Thema als Vergleich zu anderen Krankheiten, die ebenfalls viele Menschenleben kosten.

Umso wichtiger ist es, die Fakten zur Spanischen Grippe zu kennen und einschätzen zu können, warum sie sich so stark auf den Menschen ausgewirkt hat und warum sie bei so vielen Menschen zum Tod führte. Wie viele es genau waren, ist bis heute nicht bekannt.

Wie viele Menschen starben an der Spanischen Grippe?

Wenn es um Pandemien geht, wird die Spanische Grippe ganz oben auf der Liste genannt. Der Grund dafür ist, dass es vorher und auch nachher bisher keine Pandemie gegeben hat, die so viele Menschen das Leben kostete. Doch wie viele Menschen waren es tatsächlich?

Verglichen wird die Menge häufig mit den Toten aus dem Ersten Weltkrieg. Im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 mussten etwa 17 Millionen Menschen ihr Leben lassen. 1918 folgte mit der Spanischen Grippe gleich der nächste große Einschnitt.

Bis 1929 zog sie über die ganze Welt und kostete letztendlich zwischen 20 Millionen bis hin zu 100 Millionen Menschen das Leben. Es lässt sich nicht genau sagen, wie viele Menschen es tatsächlich gewesen sind. Dies hängt mit der lückenhaften Dokumentation zusammen.

Bekannt sind jedoch de Todesopfer des damaligen Deutschen Reiches. Die Zahl lag bei etwa 426.000 Menschen.

Woher kam die Spanische Grippe?

Der Name lässt vermuten, dass die Pandemie ihren Start in Spanien genommen hat. Allerdings ist auch dies nicht genau bewiesen. Im Mai 1918 wurden aus Spanien Berichte veröffentlicht, in denen es um eine seltsame Erkrankung von zahlreichen Menschen ging.

Allerdings waren dies nicht die ersten Meldungen, sondern lediglich die ersten Meldungen, die durch die Zensur gingen.

Es wird davon ausgegangen, dass die ersten Fälle im März 1918 in den USA in Kansas auftauchten und die Ausbreitung unter Soldaten sowie unter Schülern begann. Wenige Monate später meldeten auch Neuseeland, China und Australien erste Fälle.

Die Symptome der Spanischen Grippe

Auch bei der Spanischen Grippe handelte es sich um eine Influenza. Dies zeigt sich ebenfalls bei den Symptomen, die mit denen der heutigen Influenza zu vergleichen sind (s. auch Symptome und Anzeichen der Grippe (Influenza)). Betroffene wiesen die folgenden Kennzeichen auf:

Durch die Verfärbungen der Haut wurde zu Beginn davon ausgegangen, dass sich die Pest ausbreitet. Allerdings war die Ursache der Sauerstoffmangel, unter dem die Betroffenen litten. Problematisch war, dass der Auslöser nicht als Grippevirus erkannt wurde.

Bei vielen Betroffenen begann der Verlauf sehr plötzlich. Das ausgeprägte Krankheitsgefühl befiel den gesamten Körper. Teilweise zeigten sich Schüttelfrost und auch Antriebslosigkeit. Die Temperatur stieg auf über 40°C und hielt sich über mehrere Tage.

Erkenntnisse zeigen, dass der Tod in akuten Fällen innerhalb von 24 Stunden stattfand. In den meisten Fällen jedoch trat er in einem Zeitraum von acht bis neun Tagen ein. Auslöser für den Tod war meist nicht die Spanische Grippe selbst, sondern sekundäre Infektionen oder eine Lungenentzündung.

Besonders auffällig bei dieser Erkrankung war der Fakt, dass ungewöhnliche Altersklassen von einem schweren Verlauf betroffen waren. Dazu gehörten sehr viele gesunde Menschen in einem Alter zwischen 20 bis 40 Jahren.

Auch zahlreiche Babys und Kleinkinder gehörten zu den Opfern, ebenfalls wie ältere Personen ab 70 Jahren bis hin zu einem Alter von 74 Jahren.

Folgen der durchgemachten Spanischen Grippe

Die Spanische Grippe forderte nicht nur Todesopfer, es gab auch zahlreiche Überlebende. Allerdings litten diese teilweise unter schweren Folgen. Bereits nach der überstandenen Erkrankung fühlten sie sich noch sehr lange antriebslos und müde. Es breiteten sich Depressionen und neurologische Funktionsstörungen aus.

Gehirnentzündungen, die zu Schlafanfällen und auch Zuckungen führten, wurden ebenfalls festgestellt. Bis heute ist aber nicht erwiesen, dass hier ein direkter Zusammenhang mit der Spanischen Grippe besteht.

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Von der einfachen Grippe zur tödlichen Pandemie

Es wird inzwischen davon ausgegangen, dass es sich beim Auslöser eigentlich um eine normale Influenza handelte, die sich jedoch durch eine Kreuzung mit der Vogelgrippe veränderte. Die erste Welle der Ansteckungen begann bereits im Frühjahr des Jahres 1918.

Auch hier waren bereits viele Menschen betroffen, die jedoch nicht zu Tode kamen. Zu bedenken ist, dass die hygienischen Voraussetzungen nach dem ersten Weltkrieg für den Menschen nicht optimal waren.

Viele Menschen lebten auf engem Raum. Es gab nur wenige Möglichkeiten für die Körperhygiene und auch zudem herrschte in vielen Ländern Hungersnot. Das Immunsystem der Menschen war nicht stabil. Ideale Voraussetzungen für ein Virus, um sich zu verbreiten.

Viele der Menschen starben direkt an einem akuten Versagen der Lungen. Die Atmung wurde schwerer und die Menschen erstickten. Zur damaligen Zeit war von einer invasiven Beatmung noch nichts zu erkennen. Zudem war der Erreger nicht bekannt. Eine Behandlung erfolgte nur nach Vermutung.

Ausbreitung in drei Wellen

In drei großen Wellen trat die Spanische Grippe auf. Zwischendurch wurde immer wieder davon ausgegangen, dass die Pandemie überwunden ist. Benannt werden die folgenden drei Wellen:

Frühjahr 1918

Der Beginn der Pandemie war eher unspektakulär. Als Ausgangspunkt wird Kansas vermutet. Die Grippesymptome fielen heftiger als bisherigen Grippe-Erkrankungen aus. Allerdings war eine Erkrankung nur gelegentlich tödlich. Ein Landarzt wies darauf hin, dass der Verlauf sehr schnell und stark erfolgte.

Seine Warnungen wurden durch die Regierung jedoch ignoriert. Dadurch konnte sich die Spanische Grippe weiter verbreiten – auch über die Grenzen hinaus. Durch die Truppentransporte aus der USA wurde sie nach Frankreich gebracht.

Durch die eingeschränkte Mobilität in Europa nach dem Krieg war die Verbreitung noch nicht stark besorgniserregend.

In den Sommermonaten wurden mehr Fälle aus Ländern, wie Neuseeland, China und Indien bekannt und auch immer mehr europäische Länder waren betroffen. So meldeten Norwegen und die Niederlande sowie Schweden eine Zunahme der Erkrankungen

Die erste Welle flachte in den Sommermonaten jedoch wieder ab und es schien, als wäre die Spanische Grippe auf dem Rückzug.

Herbst 1918

Während der Pandemie-Pause im Sommer 1918 hat sich der Virus verändert. Vorher war er noch vor allem auf Vögel zugeschnitten, jetzt hatte er sich immer mehr an den Menschen angepasst. In der zweiten August-Hälfte kam es daher zum Beginn der nächsten Welle. Der Verlauf der Erkrankung war nun deutlich aggressiver.

Auch bei dieser Welle wurde das Virus wieder über Frachter und Schiffe übertragen.

Bereits zur damaligen Zeit wurde die Pandemie versucht einzudämmen, indem nur die Schiffe zugelassen wurden, die unbedingt notwendig waren. Auch Quarantänen wurden eingerichtet. Da sich jedoch vielfach gegen diese Vorgaben gewährt wurde, kam es zu einer schnellen Verbreitung.

1919-2020

Die dritte Welle war nicht mehr so stark, wie die zweite Welle. Es traten jetzt nur noch lokale Infektionen auf. Betroffenen war zu Beginn vor allem Großbritannien. Im weiteren Verlauf des Jahres 1919 sowie im Frühjahr 1920 kam es zu weiteren Infektionsherden in anderen Ländern.

Wie wurde die Spanische Grippe therapiert?

Wie bereits erwähnt, wurde erst später festgestellt, dass der Auslöser der Spanischen Grippe tatsächlich ein Grippevirus gewesen ist. Auch wenn zur damaligen Zeit nicht bekannt gewesen ist, womit es die Ärzte zu tun haben, wurden dennoch verschiedene Therapien eingeleitet.

So wurden Betroffene mit naturheilkundlichen Maßnahmen oder auch mit diätetischen Plänen behandelt. Es gab elektrische Lichtbäder sowie Heißluft, um die Viren aus dem Körper zu treiben. Die Erfolge blieben jedoch aus.

Zudem wurden immer wieder unterschiedliche Medikamente eingesetzt, wie Vioform oder auch Kreosot und Malafebrin. Prüfungen der Arzneimittel wurden nicht durchgeführt.

Da sich schnell zeigte, dass es nicht zu einer Heilung kam, wurde darauf geachtet, wenigstens die Symptome zu lindern. Ziel der Mediziner war es, den starken Hustenreiz und das Fieber zu reduzieren. Chinin kam wieder zum Einsatz.

Zudem wurde sehr viel mit Aspirin gearbeitet. Teilweise gab es für die Patienten Aspirin in so hohen Dosen, dass es zu inneren Blutungen kam. Diesen waren dann ebenfalls wieder Auslöser des Todes.

Viele Betroffene litten stark unter dem Reizhusten, der für Schmerzen sorgte. Sie erhielten von den Medizinern Codein oder auch Extrakte aus Opium. Im Fokus stand außerdem die Stabilisierung des Herz- und Kreislaufsystems. Diese sollte durch die Gabe von Koffein und Kampfer oder auch Strychnin erfolgen. Zudem gab es Adrenalin.

Rekonstruktion des Virus für Forschungszwecke

Um eine erneute Pandemie in dem Ausmaß verhindern zu können, machten sich Forscher daran, das Virus zu rekonstruieren. Das gelang aber erst 2005 den Wissenschaftlern aus den USA.

Diese Rekonstruktion machte deutlich, dass es sich um ein mutiertes Vogelgrippe-Virus mit einer hohen Aggressivität handelte. Zudem fanden die Forscher heraus, dass es zu einer starken Vermehrung der Viren kann.

Inzwischen können verschiedene Forschungslabore von einer vorgegebenen Sicherheitsstufe das Virus untersuchen. Immer wieder verweisen Virologen darauf, dass eine Pandemie im damaligen Ausmaß in der heutigen Zeit ebenfalls möglich ist.

Gerade durch die erhöhte Mobilität, von der Menschen heute profitieren, können Viren jedoch noch schneller und stärker verbreitet werden, wie auch die Corona-Pandemie aus dem Jahr 2020 zeigt, die immer wieder mit der Spanischen Grippe verglichen wird.

Quellen

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  1. Gundolf Keil, Friedrich Lenhardt, Christoph Weißer: Vom Einfluß der Gestirne auf die Gesundheit und den Charakter des Menschen. Faksimile-Ausgabe des Manuskripts C54 der Zentralbibliothek Zürich (Nürnberger Kodex Schürstab). 2 Bände, Faksimile-Verlag, Luzern 1981/ 1983.
  2. Was ist Influenza? Universitätsklinikum Heidelberg URL: klinikum.uni-heidelberg.de, zuletzt abgerufen am 05. April 2020.
  3. Grippe (Influenza) – Informationen. Gemeinschaftspraxis M. Leimbeck und M. Klapsch. URL: hausarzt-braunfels.de, zuletzt abgerufen am 01. April 2020.
  4. Manfred Vasold: Die Spanische Grippe. Die Seuche und der Erste Weltkrieg. Primus Verlag, Darmstadt 2009.
  5. Harald Salfellner: Die Spanische Grippe. Eine Geschichte der Pandemie von 1918. Vitalis, Prag 2020.