Komplikationen und Risiken einer Virusgrippe (Influenza)

Ist der Körper von einer Grippe geschwächt, macht er es Bakterien einfach, in ihn zu gelangen. Daraus können sich zusätzlich gesundheitliche Risiken ergeben sowie Komplikationen unterschiedlichem Ausmaßes auftreten. Wenngleich eine herkömmliche Grippe weniger gefährlich ist, so können Folgeerkrankungen ausgelöst werden, die im schlimmsten Fall sogar zum Tod führen.

Komplikationen und Superinfektionen im Überblick

Fieber, Schnupfen, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen begleiten am häufigsten eine Grippe. Vor allem bei Risikopatienten kommt es in der Folge nicht selten zu weiteren Erkrankungen, die als Komplikationen und Superinfektionen bezeichnet werden. Als Komplikationen wird eine Ausbreitung der Grippeviren auf andere Organe benannt.

Bereits zu Beginn der Grippeerkrankung kommt es zur Aktivierung des Immunsystems und Abwehrstoffe reagieren mit dem Versuch, die Grippeviren zu bekämpfen. Gelingt dies nicht, verbreiten sich die Viren weiter und verschlimmern den Krankheitszustand.

Werden die Abwehrstoffe ausgesandt, wird das Immunsystem geschwächt. Sogenannte Fresszellen (Phagozyten) verlieren durch diesen Vorgang zunehmend ihre Funktion, bakterielle Krankheitserreger unschädlich zu machen. Es werden weniger Antigene gebildet, die Bakterien bekämpfen könnten und eine Superinfektion ist meist die Folge.

Durch einen grippe-geschwächten Körper gelangen Bakterien deutlich vereinfacht in den Körper, wo sie sich je nach Schwere der Grippeerkrankung, ungehindert ausbreiten beziehungsweise nur minimal durch Abwehrstoffe aufgehalten werden. Sie wandern zu den verschiedensten Körperregionen und lösen bakterielle Infektionen aus.

In der Regel werden bei einer Grippe sogenannte Virostatika vom behandelnden Arzt verschrieben. Diese wirken der Ausbreitung der Influenzaviren A oder B entgegen und verhindern im Idealfall Komplikationen.

Aufbau eines Influenzavirus

Eine prophylaktische Verabreichung von Medikamenten, wie beispielsweise Antibiotika, kommt bei einer möglichen Superinfektion nicht zum Einsatz. Eine derartige Behandlung erfordert die Diagnosestellung über betroffene Körperbereiche und mögliche Bakterienart, um gezielt mit einer medikamentösen Therapie einen Bakterienbefall stoppen zu können.

Zudem bedeutet eine Vorsorgebehandlung gleichzeitig einen komplexen Eingriff in das komplizierte Immunsystem, welches dadurch schwerwiegende Folgen, in Bezug auf die langfristige Abwehr von Krankheitserregern, haben könnte.

Aus den genannten Gründen sind Komplikationen und bakterielle Superinfektionen als Folge einer Influenza (Grippe) keine Seltenheit. Überwiegend sind davon Risikopatienten betroffen.

Zu den klassischen Komplikationen und Superinfektionen, die öfter vorkommen, zählen zum Beispiel:

  • Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis)
  • Mittelohrentzündungen (Otitis media)
  • Entzündungen der Bronchien (Bronchitis)
  • Lungenentzündung (Pneumonie)
  • Herzmuskelentzündungen (Myokarditis)

Risikogruppen bei Grippe (Influenza)

Zu den Risikogruppen zählen Patienten, welche bereits ein geschwächtes Immunsystem vorweisen. Dies ist in der Regel der Fall, wenn schwerwiegende Akuterkrankungen sowie chronische und dauerhafte Spätfolgen vorheriger Krankheiten entweder eine Funktionsstörung des Immunsystems hervorgerufen haben oder es kontinuierlich in Aktion halten.

Mit zunehmendem Alter verlangsamen sich zahlreiche Körperfunktionen und/oder nehmen ab, wie das Immunsystem. Dies bedeutet, dass ältere Patienten in der Regel über eine weniger ausgeprägte Abwehrfunktion verfügen, als junge Menschen in gleicher gesundheitlichen Verfassung. Bei kleinen Kindern ist das Immunsystem noch nicht vollständig ausgebildet, sodass eine Anfälligkeit gegeben ist.

So ergibt sich eine Risikogruppe, die vor allem aus Patienten besteht, auf welche folgende Faktoren zutreffen:

  • Alter über 60 Jahre
  • Patienten im Kleinkindalter
  • Patienten mit chronischen Erkrankungen, wie beispielsweise Asthma bronchiale oder Diabetes mellitus
  • Patienten mit Immundefekten und/oder Immunsystemerkrankungen wie unter anderem AIDS
  • Patienten mit akuten Erkrankungen wie Herzmuskelentzündung oder schwere Pilzinfektion
  • Patienten, die viel Menschenkontakt haben, wie beispielsweise Krankenhauspersonal (erhöhtes Ansteckungsrisiko)

Es ist zu beachten, dass sich der Krankheitsverlauf einer Grippe bei Risikopatienten deutlicher schwerer zeigen kann. Zudem führt eine Grippe nicht selten zu einer Verschlimmerung bestehender akuter sowie chronischer Leiden, wie Asthma bronchiale, Herzerkrankungen oder Diabetes mellitus.

Es wird insbesondere Patienten, welche über Risikofaktoren verfügt, angeraten, sich jedes Jahr im Herbst gegen Grippeviren impfen zu lassen, um schwerwiegende Komplikationen oder Superinfektionen zu vermeiden.

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Lungenentzündung (Pneumonie) bei Grippe

Die Lungenentzündung (Pneumonie) kommt als Folge durch den Grippevirus oder einer Superinfektion während oder nach einer Grippe vor. Es wird dementsprechend unterschieden zwischen:

  • Pneumonie durch Influenzaviren des Typs A oder B
  • Pneumonie durch Bakterien, wie beispielsweise Pneumokokken, Haemophilus influenza oder Staphylokokken
  • Pneumonie durch Exazerbation (Verschlechterung des Krankheitsbildes) bei bestehenden Lungenerkrankungen, wie zum Beispiel COPD ( Chronic obstructive pulmonary disease/Chronisch obstruktive Lungenerkrankung)

Werden die Atemschleimhäute durch Grippeviren geschädigt, bieten diese einen optimalen Nährboden für Bakterien. Haben sich die Grippeviren in den Atemschleimhäuten festgesetzt, ist der Weg über die Bronchien bis in die Lunge nicht weit. Im weiteren Verlauf kann sich die Lunge entzünden.

Erste Anzeichen sind oft schwer einer Lungenentzündung zuzuordnen, wie Körperschwäche, Müdigkeit sowie Kurzatmigkeit. Sie werden meist als normale Symptome einer Grippe zugeschrieben. Aus diesem Grund findet eine Diagnose oftmals erst spät statt, wenn sich die Lungenentzündung bereits weiter entwickelt hat.

Deutliche Anzeichen, die auf eine Lungenentzündung hinweisen können, ist vor allem hohes Fieber, dass nach dem dritten Tag nach den ersten Grippesymptomen entsteht, abwechselnd Schwitzen und Schüttelfrost sowie eitriger oder stark schleimiger Auswurf beim Husten. In der Regel klagen erkrankte Patienten über Brustschmerzen vor allem beim Husten. Das Auftreten weiterer Symptome, kann zusätzlich auf eine Lungenentzündung hindeuten:

  • Starke Kopfschmerzen
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Atemnot
  • Ansteigender Pulsschlag
  • Verwirrtheit und unterdurchschnittliche Körpertemperatur (meistens bei älteren Patienten)

Herzmuskelentzündung (Myokarditis) bei Influenza

Ebenfalls als Komplikation durch Grippeviren oder durch eine bakterielle Infektion ausgelöst, kann eine Herzmuskelentzündung, die sogenannte Myokarditis, entstehen. Diese zählt zu den lebensbedrohlichen Herzerkrankungen. Diese Art der Entzündung provoziert Funktionseinschränkungen des Herzens und kann Herzrhythmusstörungen verursachen.

In manchen Fällen kann es zu einer Herzmuskelentzündung aufgrund einer Allergie gegen bestimmte Wirkstoffe in Medikamenten kommen. Zudem ist die Erkrankung an einer Myokarditis aufgrund einer Nebenwirkung von bestimmten Arzneimitteln möglich, wie zum Beispiel bei Penicillin.

Typische Symptome einer Myokarditis sind unter anderen:

  • Brustschmerzen
  • Kurzatmigkeit
  • Herzrasen und schneller Puls
  • Herzrhythmusstörungen

Eine Herzmuskelentzündung kann wiederum Komplikationen mit sich bringen, beziehungsweise einen schweren Verlauf nehmen. Dazu zählt unter anderem ein kardiologischer Schock. Hierbei wird der Herzmuskel durch die Entzündung so geschwächt, dass dieser nicht mehr ausreichend seiner Pumpfunktion für den Bluttransport in und/oder aus dem Herz heraus zu drücken. Ein Sauerstoffmangel entsteht, die Durchblutung wird gestört und die Organversorgung ist nicht mehr gesichert.

Hieraus können sich dauerhafte Organschädigungen ergeben. Häufig ergeben sich eine Herzinsuffizienz sowie andere Herzerkrankungen. Im schlimmsten Fall kann durch eine Myokarditis der Tod durch einen plötzlichen Herzstillstand herbeigeführt werden.

Treten genannte Beschwerden auf oder zögert sich der Heilungsprozess bei einer Grippe ungewöhnlich weit heraus, ist eine Konsultation beim Hausarzt angeraten. Im Verdachtsfall wird dieser die entsprechenden Untersuchungen zur Diagnosestellung veranlassen, wie EKG, Blutbild und gegebenenfalls eine Biopsie über einen Herzkatheter. Je früher eine Herzmuskelentzündung diagnostiziert wird, desto schneller kann eine gezielte Behandlung erfolgen.

Behandlung

Im Vordergrund einer Behandlung steht vor allem körperliche Ruhe. Im Akutstadium wird Bettruhe angeordnet. In einem Zeitraum von sechs Monaten sollte strikt auf anstrengende Bewegungen verzichten werden, wie zum Beispiel sportliche Aktivitäten oder schweres Heben. Viel Ruhe hilft, einer Herzinsuffizienz vorzubeugen.

Wichtig ist bei der Myokarditis-Therapie, dass das Herz entlastet wird. Hier sorgen beispielsweise Diuretika für die Ausscheidung von Wasseransammlungen im Körper, ACE-Hemmer sowie Beta-Blocker dienen der Blutdrucksenkung. Blutverdünnende Medikamente wie Heparin, entlasten das Herz zusätzlich, werden in der Regel überwiegend zur Vorbeugung einer Thrombose bei Bettlägerigkeit und Bewegungsmangel verabreicht. Entzündungshemmende Medikamente unterstützen den Heilungsprozess.

Wurde der Krankheitserreger per Biopsie ermittelt, können Virostatika oder Antibiotika zum Abtöten der Bakterien beziehungsweise Viren verordnet werden. Bei Schmerzen sorgen Schmerzmittel für Linderung.

Andere Komplikationen im Lungen-, Atemwege und Hals-Nasen-Ohrenbereich

Lunge

Bleibt die Lungenentzündung als Komplikation oder Superinfektion unbehandelt, kann dies schwerwiegende gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Lungenödeme sind keine Seltenheit. Diese können für Gewebewasseransammlungen im gesamten Körper verursachen und zusätzliche Erkrankungen wie zum Beispiel Nierenfunktionsstörungen auslösen. Je nach Schwere des Krankheitsverlaufs, kann eine Lungenentzündung beziehungsweise durch weitere Komplikationen, bis zum Tod führen.

Atemwege

  • Mandelentzündung (Tonsillitis)
  • Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

Hals-Nasen-Ohren

  • Nasenpolypen (Polyposis nasi)
  • Stirnhöhlenentzündung (Sinusitis frontalis)
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Häufigkeit und Ursache von Todesfällen infolge einer Influenza-Erkrankung

In Deutschland konsultierten laut Statistik des Robert-Koch Instituts im Winter 2015/16 circa 4.1 Millionen Bürger einen Arzt aufgrund einer Influenza. Zwischen 10.000 und 20.000 Patienten starben in der Vergangenheit pro Jahr. Allein im Winter 2016/2017 waren es 662 Menschen, die den Folgen einer Grippe erlagen. Weltweit belaufen sich die Zahlen auf bis zu 500.000 Todesfälle. Seit neuestem wird eine steigende Tendenz beobachtet, die nicht zuletzt durch fehlenden Impfschutz zustande kommt.

Der Grippevirus ist in den wenigsten Fälle die Ursache für die Todesfälle. Daraus ergibt sich in der Regel eine Todesursache, die nicht in einem direkten Zusammenhang mit einer Influenza genannt wird. Deshalb können nur Schätzungen über die tatsächlichen Ursachen eines Todes durch die Grippe vorgenommen werden.

Es wird vermutet, dass die Lungenentzündung die häufigste Todesursache durch eine Grippe darstellt. Dies beruht auf der Tatsachen, dass betroffene Patienten die Symptome nicht wahrnehmen oder erst spät erkennen. Eine Behandlung findet dann oftmals erst statt, wenn der Krankheitsverlauf bereits weit fortgeschritten ist.

Gefolgt werden soll die Todesanzahl durch grippebedingte Lungenentzündung, von Herzerkrankungen, wie die Myokarditis. Lungenödeme, die sich als Komplikation aus einer Herzmuskelentzündung ergeben können, sind ebenfalls vielfach Ursache dafür, dass das Herz zum Stillstand kommt. Am öftesten versterben Kinder und ältere Patienten ab 60 Jahren an den Folgen einer Grippe.

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