Asthma und Erkältung: Was zu beachten?

Erkältung ist die häufigste Krankheit auf dem Planeten. Erkältung ist eine akute Erkrankung der oberen Atemwege und wird durch Adenoviren, Rhinoviren und 200 weitere Virusarten verursacht. Eine Studie hat bewiesen, dass eine Erkältung bei Menschen mit Asthma in 80% der Fälle zu trockenem Keuchen und Dyspnoe führt. In diesem Ratgeber klären wir auf, ob Erkältungen Asthma verschlimmern und welche Medikamente zur Behandlung von Asthmapatienten verschrieben werden.

Asthma - eine Begriffsklärung

Asthma ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen von andauernden entzündlichen Erkrankungen der Luftwege. Die Symptomatik reicht von einer Verengung der Bronchien über Beklemmungsgefühle im Brustkorb, Atemnot und Husten bis zu pfeifenden Atemgeräuschen. 

Die Fachwelt unterscheidet:

Asthma Aufbau

Allergisches Asthma ist die häufigste Form und tritt in der überwiegenden Anzahl der Fälle erstmals in der Kindheit auf. Auslöser sind Allergene sowie Infekte, kalte Luft und starke Gerüche.

Intrinsisches Asthma ist deutlich minder verbreitet und beginnt vorwiegend ab einem Alter von circa 30 Jahren. Initiiert wird diese Art von Asthma durch unspezifische Reize wie Infekte, kalte sowie schadstoffbelastete Luft und bestimmte Wetterlagen.

Führt körperliche Anstrengung zu Reizhusten, Atemnot und Asthmaanfällen, liegt ein sogenanntes Belastungsasthma vor.

Sind Asthmatiker häufiger erkältet?

Im Kontext von asthmatischen Erkrankungen ist eine verstärkte Infektanfälligkeit möglich. Entzündungsreaktionen beim Asthma bewirken Umbauprozesse im Deckgewebe der Atemwege.

Trifft ein Allergen dort auf eine sogenannte dendritische Zelle (Immunzelle), löst dieser Kontakt eine überschießende Immunreaktion aus. Der allergieauslösende Stoff wird von der Immunzelle einverleibt und in Einzelteile zerlegt.

Im Anschluss daran stellt die dendritische Zelle kleine Splitter des Allergens auf ihrer Zellenoberfläche zur Schau, um andere Immunzellen über den Prozess zu informieren. Im weiteren Verlauf heften sich sogenannte T-Lymphozyten (mobile Immunzellen) an diese Bruchstücke. Entzündungsmediatoren werden ausgeschüttet und es kommt zu einer massiven Histaminfreisetzung aus den Mastzellen.

Zwei bis vier Stunden nach dem Kontakt mit der Allergie entfachenden Substanz gesellen sich zusätzliche Immunzellen – die eosinophilen Granulozyten – zum entzündeten Gewebe und erhalten die Entzündung aufrecht. Diese eosinophilen Granulozyten setzen zusammen mit den anderen Entzündungszellen einen Umbauprozess im Deckgewebe in Gang.

Dieser Umbau ist charakterisiert durch einen Rückgang von speziellen Zellen, welche die Bewegungen der Flimmerhärchen steuern. Die Flimmerhärchen sorgen für eine kontinuierliche Reinigung der Luftwege.

Die Zerstörung der damit verbundenen Barrierefunktion erleichtert Krankheitserregern den Zugang und begünstigt den Ausbruch von Erkältungskrankheiten.

Kann eine Erkältung Asthmaanfälle auslösen?

Es existiert eine Wechselbeziehung zwischen grippalen Infekten und Asthma. Für gesunde Menschen sind Erkältungen vorwiegend lästig, ohne dass sie gravierende gesundheitliche Probleme hervorrufen. An sich banale Infekte stellen für einen Asthmapatienten eine übermäßige Belastung der Bronchien dar. 

Asthmatiker können von schwerwiegenden Konsequenzen betroffen sein. Das Immunsystem soll den menschlichen Körper vor Krankheitserregern schützen. Für Asthmatiker ist ein aktives Abwehrsystem ein großes Problem. Es schützt, indessen viel zu übertrieben.

Das Immunsystem eines Asthmapatienten setzt überzogene Abwehrreaktionen in Gang. Asthmatiker, die Erkältungsviren eingefangen haben, produzieren den sogenannten Immunbotenstoff IL-25 in zu großen Mengen. Dieser Botenstoff bewirkt die Ausschüttung von zusätzlichen Botenstoffen, welche einen Asthmaanfall hervorrufen. 

Asthmatikern werden die jährliche Grippeschutzimpfung und eine Impfung gegen Pneumokokken empfohlen. Kalte Luft, heftige Winde, Nebel, trockene Raumluft und starke Temperaturschwankungen können das empfindliche Bronchialsystem von Asthmapatienten reizen und Anfälle auslösen.

Erkältungen können Asthma verschlimmern

Asthmatiker stecken in einem Teufelskreis. Sie haben ein überempfindliches Bronchialsystem, angreifende Erkältungsviren können einen Asthmaanfall auslösen. Die Anfälle führen, wie am Anfang des Beitrags beschrieben, zu einer gehäuften Anfälligkeit für grippale Infekte. Jede Erkältung bewirkt eine Beeinträchtigung der Flimmerhärchen und eine Absenkung der Schutzbarriere gegen eindringende Erreger.

Die Widerstandskraft lässt nach, die Wahrscheinlichkeit, an wiederkehrenden Infekten zu erkranken, steigt und infolgedessen ebenso das Risiko für Asthmaanfälle.

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Asthma und Erkältung - Sieben Hausmitteltipps zur Unterstützung der konventionellen Behandlung

1) Koffein soll die Bronchien erweitern. Asthmatiker können in Stresssituationen mit starkem Kaffee, wahlweise mit Cola experimentieren.

2) Kurkuma ist ein Gewürz, das aus der indischen Küche und als Currybestandteil bekannt ist. Dieser Gewürzpflanze wird ein entspannender und entzündungshemmender Effekt zugesprochen.

3) Die Volksmedizin verwendet Ingwer, um den Körper vor Entzündungen zu schützen und das Immunsystem zu stärken. Empfehlenswert sei selbst angesetztes Ingwerwasser: Ein daumengroßes Stück Ingwerwurzel schälen, mit 250 ml heißem Wasser überbrühen und für 10 Minuten ziehen lassen. Mehrmals täglich eine Tasse trinken.

Ingwer

4) Schleimlösende Heilpflanzen wie Isländisch Moos, Fenchel und Spitzwegerich sind in der traditionellen Medizin seit Jahrhunderten etabliert. Sie werden als Teeaufguss zubereitet und nach Geschmack mit Honig gesüßt getrunken.

5) Warme Brustwickel lösen Schleim und fördern den Auswurf. Kalte Wickel wirken entzündungshemmend. Warme Wickel verbleiben für circa 30 Minuten auf der Haut, die kalten für eine Stunde.

6) Ansteigend warme Armbäder entspannen und lösen Schleim in den Atemwegen. Die Wassertemperatur für das Armbad steigert sich innerhalb von 20 Minuten von circa 33 °C auf 39 °C. Thymiantee als Badezusatz kann die Wirkung verstärken.

7) Knoblauch ist eine bewährte Heilpflanze mit gefäßerweiternder Wirkungsweise. Aus 450 g geschälten Knoblauchzehen, 225 g Kandiszucker und Wasser lässt sich ein dickflüssiger Sud herstellen, von dem zweimal am Tag jeweils ein Esslöffel voll eingenommen wird. 

Welche Medikation ist zur Behandlung von Asthmapatienten üblich?

Es besteht ein hohes Risiko, dass Erkältungen Anfälle triggern. Beim Auftreten erster Erkältungsanzeichen können pflanzliche Arzneimittel zum Abschwellen und zur Reizlinderung erste Hilfe leisten. Stärkere Medikamente wie Ibuprofen und Paracetamol mildern Schmerzen, senken Fieber und haben eine entzündungshemmende Wirkung. Auf den Seiten “Medikamente zur Behandlung von Grippe” und “Nasenspray zur Behandlung einer angeschwollenen Nasenschleimhaut (verstopfter Nase)” haben wir weitere Informationen zusammengestellt.

Zur Behandlung von Asthma (mit und ohne Erkältung) kommen die Akut- und die Dauermedikation zur Anwendung. Bronchodilatatoren zählen zu den Akutmedikamenten. Das sind in Form von Sprays applizierte Arzneien, welche die Verkrampfung der Bronchien lösen und die Atemwege in kürzester Zeit erweitern. Zu diesen zählen sogenannte Beta-2-Sympathomimetika wie zum Beispiel Salbutamol, Fenoterol, Reproterol und Terbutalin. Alternativ lassen sich Anticholinergika einsetzen, beispielsweise Tiotropiumbromid und Oxitropiumbromid.

Kommt es in einer Woche zu mehreren Anfällen, die ein Akutmedikament notwendig machen, beginnt die Dauermedikation mit entzündungshemmenden Präparaten. In der überwiegenden Zahl der Fälle handelt es sich um Kortisone, welche die Schwellung und Schleimbildung in den Atemwegen abklingen lassen. Zu diesen zählen die Wirkstoffe Beclometasondipropionat, Budesonid, Flunisolid und Fluticason. Mastzellstabilisatoren wie Cromoglicinsäure und Nedocromil können unterstützend eingenommen werden.

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Die unterschiedlich starke Ausprägung von Asthma macht kontinuierliche, individuelle Anpassungen der Medikamentengaben an den Krankheitsverlauf notwendig. Mediziner haben zu diesem Zweck einen Fünf-Stufenplan mit entsprechenden Vorgaben für die Medikation und Dosierung entwickelt.

Stufe 1: Gelegentliches Asthma, Beschwerden treten maximal 1-2 Mal wöchentlich auf. Es erfolgt keine Dauermedikation. Bedarfstherapie mit Beta-2-Sympathomimetika und falls notwendig niedrig dosiertes Kortison zum Inhalieren.

Stufe 2: Leichtes chronisches Asthma mit mehrmals wöchentlich auftretenden Anfällen. Akutmedikation mit rasch wirksamem Beta-2-Sympathomimetikum. Dauermedikation mit niedrig dosiertem, inhalativem Kortison. Kindern kann alternativ Cromone und Leukotrienantagonisten (in Tablettenform, zum Beispiel Montelukast) verabreicht werden.

Stufe 3: Mittelschweres Asthma, das trotz regelmäßiger Kortisongabe auftritt. Die Dauermedikation beinhaltet inhalatives Kortison in niedriger bis mittlerer Dosis, gegebenenfalls kombiniert mit lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Fallweise sind Letztere allein ausreichend. Alternativ (und in einzelnen Fällen zusätzlich) kommen Leukotrienantagonisten sowie höher dosierte Kortisone zur Verschreibung.

Stufe 4: schweres Asthma mit permanenten Beschwerden.
Behandelt wird mit inhalativem Kortison in hoher Dosis und/alternativ mit lang wirksamen Beta-2-Sympathomimetika. Zusätzlich können retardierte Methylxanthine (beispielsweise Theophyllin-Tabletten), systemische Kortikosteroide, Leukotrienantagonisten und Omalizumab verordnet werden.

Stufe 5: ausgesprochen schweres Asthma mit permanenten Beschwerden, die auf eine Medikation gemäß Stufe 4 nicht ansprechen. Zusätzlich zu den in Stufe 4 angewandten Arzneimitteln kommt Kortison in Tablettenform zum Einsatz.

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Quellen

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  1. Was ist Asthma? Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. URL: lungenaerzte-im-netz.de
  2. Warum ist mit Asthma Vorsicht geboten bei Einnahme des Arzneimittels Acetylsalicylsäure (ASS)?. BONCAS Communications GmbH. URL: navigator-medizin.de
  3. Wie wird Asthma behandelt? Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (GmbH) URL: lungeninformationsdienst.de
  4. Asthma bronchiale – Diagnostik und Therapie im Erwachsenenalter. Bundes¬ärzte¬kammer (Arbeitsgemeinschaft der deutschen Ärztekammern) und Kassenärztliche Bundesvereinigung. URL: aerzteblatt.de
  5. Dosierung und Wirkungsdauer und unerwünschte Arzneimittelwirkungen der wesentlichen Bronchodilatatoren in der Langzeittherapie der COPD. Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin. URL: patienten-information.de
  6. Martinez F. D. Global Strategy for Asthma Managment and Prevention. Revised 2002 /Martinez//National Institutes of health. 2002. Development of wheezihg Disoders and asthma in Preschool Children// Pediatrics. 2002; 109: 102: 362–367.
  7. Grunberg K. Experimental rhinovirus 16 infection iscreases intercellular adhesion molecule–1 expression in bronchial epithelium of asthmatics regardless of inhaled steroid treatment /K. Grunberg et al.//Clin. Exp. Allergy. 2000; 30: 7: 1015–1023.